Pantomimeabend mit Carlos Martínez
… ginge einer meiner beiden größten Träume in Erfüllung.“ Zwei Träume hatte Carlos Martínez als Kind. Er wollte Schauspieler werden und er wollte alle Sprachen der Welt sprechen. Beide Träume erfüllten sich im Leben des christlichen Pantomime-Darstellers aus Asturien, Nord-Spanien.
Am Sonntag, den 20.10.2024 verzauberte er gut 200 Besucher auf der Bühne des Goldenen Lammes mit seinen prägnanten und humorvollen Pantomime-Stücken.
Die deutsche Sprache brauchte er nicht, um aus einem Besen eine Wäschestange, einen Billardstab, eine Angel, einen Speer, ein Kletterseil sowie ein Tau-Zieh-Seil werden zu lassen. Psychologisch pfiffig lud er das Publikum gleich zu Beginn ein, das „Fantasie-Sprachzentrum“ einzuschalten, und damit dem gesprochenen Wort für die nächste dreiviertel Stunde Lebewohl zu sagen. Bis zur Pause.
Denn danach spielte der Künstler die vier Lieblingsstücke des Publikums im wahrsten Sinne des Wortes ungeschminkt. Er verband sie genauso unterhaltsam wie persönlich mit einigen Anekdoten aus der Historie dieser Stücke. Übrigens auf Englisch mit deutscher Übersetzung.
Besonders süß war seine Erfahrung mit Kinderkommentaren zur „Arche Noah“.
Martínez, in der Rolle des Noah, begrüßt die Tiere am Eingang der Arche, führt witzigerweise Liste und rückversichert sich ab und an bei Gott, ob das sein Ernst sei (z. B. bei der Spinne).
Beim Gepard bewegte er nur blitzschnell den Kopf von rechts nach links, um das schnellste Tier der Welt darzustellen. Alle Kindergartenkinder, die dieses Stück gesehen hatten, sagten einstimmig, es sei eine Maus gewesen. Außer ein Mädchen. Sie war sich 100 % sicher, dass es sich um einen Hamster handelte.
Zum Nachdenken regte „Die Schöpfung“ an. Gott gestaltet den Menschen liebe- und humorvoll nach seinem Bild. Nach dem Sündenfall zertrümmert Gott beinahe die Erdkugel zornig auf dem Boden. Im letzten Augenblick hält er inne, besinnt sich und gibt den Dingen ihren Lauf. Das stellte der Künstler dar, indem er die Erdkugel zwischen seinen Händen zum Drehen brachte, wie man es bei einem beweglichen Globus tun kann.
Am meisten hat mich aber die pantomimische Darstellung von „immerdar“, aus Psalm 23 beeindruckt. Carlos Martínez hatte vom Anfang des Psalms an eine imaginäre Armbanduhr umgebunden. Diese übergab er Gott, als er „im Hause des Herrn blieb IMMERDAR“. Eine sehr einleuchtende Darstellung von Ewigkeit, die ich unter der Woche gleich bei einem Gespräch mit einer noch nicht gläubigen Freundin nutzen konnte, um von Gott zu erzählen. Ja, wir lasen sogar zusammen Psalm 23. Wie viele Kreise ein Pantomimeabend im Leben eines Menschen ziehen kann, erträumte sich der kleine Carlos damals wahrscheinlich noch nicht.
Debora L.
… zieht sich den ganzen Tag BABYmime rein